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11.04.2008

Teure Subventionen

Wolfgang Müller, IUF Berlin

Im Rahmen der international vereinbarten „Klimaschutzziele" hat die deutsche Politik beschlossen, einen Teil der CO2 Einsparung durch den verstärkten Einsatz der so genannten erneuerbaren Energien zu erreichen. Eine dieser Energiequellen ist die Photovoltaik, die Erzeugung von Strom, durch die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Elektrizität. Auch wenn Photovoltaik faszinierend klingt, hat sie jedoch das Problem, dass sie eine sehr teuere Art der Stromerzeugung ist, da die hierfür benötigten Solaranlagen derzeit noch unverhältnismäßig teuer sind und die hierzulande herrschenden Strahlungsbedingungen der Sonne vergleichsweise schlecht sind.  

 

Aufgrund dieser ungünstigen Ausgangssituation ist eine wirtschaftliche Anwendung derzeit ohne staatliche Subventionen nicht denkbar. Politischer Aktionismus und intensiver Lobbyismus hat Stromverbraucher und Steuerzahler mit Hilfe energie- und umweltpolitischer Rhetorik, die eine düstere Energiezukunft heraufbeschwört, vermeintliche Wettbewerbsvorteile deutscher Anlagenhersteller und unzählige Arbeitsplätze verspricht sowie den Teufel der Klimaerwärmung an die Wand malt, eine beachtliche finanzielle Last aufgeladen. Zugunsten der Hersteller und Betreiber von Solaranlagen.  

 

Spätestens seit Verabschiedung des Gesetzes für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) wurde die Förderung verschiedener erneuerbarer Energien einschließlich der Photovoltaik für den Standort Deutschland zu einer teuren Tatsache. Obgleich dieser förderpolitische Kunstgriff weitgehend ohne direkte staatliche Subventionen auskommt, was von seinen Protagonisten als marktfreundlicher Klimaschutz gefeiert wird, zahlt der Stromkunde den „grünen" Stromerzeugern eine einträgliche Rendite.  

 

Doch machen die ökonomischen Folgeschäden dieser Förderpolitik nicht an der Grenze Deutschlands halt. In einem aktuellen Artikel im Economist wird anschaulich beschrieben, welche weiteren Wirkungen von der Subventionierung der Nutzung erneuerbarer Energieträger ausgehen können. Wider Erwarten hat die insbesondere in Deutschland durch hohe Subventionen geschürte Nachfrage nach Solarzellen mit dazu beigetragen, dass die Weltmarktpreisentwicklung für Solaranlagen doch nicht den hochgestochenen Erwartungen in ein Moore's Law für Solarstrom erfüllte.  

 

Resultat dieser Entwicklung ist also nicht nur, dass die Verbraucher für eine unter hiesigen Bedingungen ineffiziente Energiequelle zur Ader gelassen werden, sondern dass der dadurch ausgelöste Preisdruck auch in Teilen der Erde mit deutlich höherer Verfügbarkeit der Sonnenenergie einen sonst wirtschaftlichen Einsatz der Solartechnik erschwert oder verhindert.  

 

 

Bild courtesy  

Kevin T. Houle  

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Daniel Webster (1830)

"Liberty and Union, now and forever, one and inse­parable"

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