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06.06.2006

Barbarische Unfug - IUF comment 11 / 2006

Die zukünftige vereinigte Linke hat ein Manifest vorgelegt, das im Wesentlichen von ihrem Sprachrohr Oskar Lafontaine stammt. Darin wird von einer „barbarischen Weltwirtschaftsordnung“ gesprochen, zu der eine starke linke Opposition gebraucht wird. Tatsächlich gibt es ja gute Gründe, einiges an den globalen Wirtschaftsbeziehungen als barbarisch zu bezeichnen. So schotten die reichen Industriestaaten bis heute einige Märkte rigoros gegen Konkurrenz aus Entwicklungsländern ab. Dabei geht es nicht nur um die Landwirtschaft, sondern auch um Textilien und andere Produkte. Die Abschottung erfolgt immer genau auf den Märkten, auf denen ärmere Länder Wettbewerbsvorteile haben und es gleichzeitig starke Interessengruppen gibt, die ihre Marktstellung verteidigen. In gleicher, barbarischer Weise wirken die zahlreichen Subventionen, die bis heute kleinen Gruppen von Profiteuren gewährt werden und die gleichzeitig viele Menschen in anderen Teilen der Welt zu einem Leben in Elend zwingen.  

 

Doch all das meinen die Linken natürlich nicht. Sie meinen auch nicht die barbarischen Auswirkungen einer Politik, die anderen Länder die europäischen Sozialstandards aufzwingen will und sie so von einem freien Wettbewerb ausschließt. Sie kritisieren nicht, dass die so genannten Sozialstaaten zu einem großen Teil auf Kosten der dritten Welt existieren. Ganz im Gegenteil: Sie wollen diese verteidigen - gegen den Neoliberalismus, also gegen unliebsame Konkurrenz. Man könnte das damit abtun, dass hier eine kleine Gruppe am Rande des politischen Spektrums spricht. Doch leider wird hier nur etwas klar ausgesprochen, was große Teile der politischen Eliten Deutschlands glauben: Das wir mit Staatsinterventionen und wohlklingender Sozialrhetorik unseren Wohlstand bewahren können. Das wird nicht funktionieren, und erst recht nicht wird so den von den Linken und vielen anderen mit Krokodilstränen bedachten Menschen in den wirklich armen Ländern geholfen.  

Autor:

 

  • Sascha Tamm, Institut für Unternehmerische Freiheit

 

Der IUF comment erscheint regelmäßig als Stimme der Freiheit. Über Kommentare zum Kommentar freuen wir uns!  

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ZITATE

Alexis de Tocqueville (1856)

"Qui cherche dans la liberté autre chose qu´ellemême est fait pour servir."

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