Vom 3. - 16. Dezember werden sich in Bali, Indonesien, Regierungsvertreter zu Klimagesprächen treffen. Dort soll über die Einführung eines neuen Abkommens, dem sogenannten „Kyoto 2" gesprochen werden, das dann von den Unterzeichnerländern eine weitere Reduzierung der Treibhausgase verlangten würde.
Ein neuer Bericht der „Civil Society Coalition on Climate Change" (CSCCC), einer Koalition aus 41 Organisationen aus 33 Ländern, appelliert an die teilnehmenden Regierungen, Forderungen nach einem Kyoto-Nachfolgeabkommen abzulehnen. Stattdessen sei es die bessere Strategie, Hürden abzuschaffen, die die Anpassung an den Klimawandel behindern. Hierzu gehören z.B. Subventionen, Steuern und Reglementierungen, die den technologischen Wandel und das Wirtschaftswachstum behindern.
Der Civil Society Report on Climate Change folgert, dass schärfere Emissionsgrenzen kontraproduktiv wären: Sie würden die Wirtschaftsentwicklung schwächen, die Situation der Armen verschlechtern und nicht nennenswert dazu beitragen, die Herausforderungen, die uns der Klimawandel auferlegt zu meistern.
„Davon ausgehend, dass viele Länder bereits heute Probleme haben, die unter Kyoto vereinbarten Emissionskürzungen einzuhalten, könnte ein Kyoto 2 Abkommen verheerende wirtschaftliche und soziale Konsequenzen mit sich bringen."
sagt Wolfgang Müller vom IUF in Berlin, eine der 41 Organisationen, die diesen Bericht herausgeben.
Der Civil Society Report kommt zu dem Ergebnis, dass Anpassung die beste Methode sei und die Menschen befähigt, auf den Klimawandel zu reagieren. Das bedeutet:
• Menschen in die Lage zu versetzen, Technologien zur Prävention von Krankheiten zu nutzen, wie sauberes Trinkwasser, Abwasserentsorgung und Medikamente. • Einsatz von Technologien wie: Hochwasserschutz, Straßen, stabilere Häuser und Frühwarnsysteme die das Risiko von Trinkwasserverseuchung verringern.
• Politisch motivierte Hürden bei der Nutzung moderner landwirtschaftlicher Technologien beseitigen, und somit die Anpassungsfähigkeit der Menschen an Veränderungen
verbessern.
• Abschaffen von Subventionen, Steuern und Regulierungen, die die wirtschaftliche Entwicklung bremsen - da sich die Zahl der Todesfälle bei steigendem Wohlstand und der Nutzung moderner Technologie verringert.
Civil Society Report on Climate Change, Verfasst von der Civil Society Coalition on Climate Change, Veröffentlicht am Dienstag 27 November 2007, ISBN 1-905041-15-2, 100 Seiten.