Umweltprobleme gelten allgemein als Folge von Marktversagen, für einige sogar als das zwangsläufige Ergebnis der Existenz von Märkten. Beiden Interpretationen liegt ein fundamentales Missverständnis der Funktionsweise und Existenzbedingungen von Märkten zugrunde.
Tatsächlich sind Umweltprobleme das Ergebnis unausgeschöpfter Leistungsreserven in der Marktkoordination, verursacht durch die fehlende Zuordnung individueller Verfügungsrechte an Umweltgütern und hohe Transaktionskosten zwischen den Marktteilnehmern.
Aus diesem Blickwinkel geht der Vortrag auf einige Fragen zur Rolle des Staates in der Umweltpolitik ein: Ist die Umweltpolitik in der Lage durch eine geeignete Rahmensetzung eine bessere Berücksichtigung von Umweltschutzbelangen im Marktgeschehen zu gewährleisten? Verursacht die Politik nicht viele der Probleme selbst? Welche Rolle kommt der Umweltpolitik in einer Zeit zu, in der technischer Fortschritt immer mehr Möglichkeiten zur Reduzierung von Transaktionskosten zwischen den Marktteilnehmern und den damit verbundenen Umweltproblemen hervorbringt? Warum setzen sich marktwirtschaftliche Lösungsansätze im politischen Alltag nur sehr langsam durch oder stoßen bei Politikern, Unternehmen und Wählern gleichermaßen auf Ablehnung?